Werkstoffe & Nutzungsverhalten

Forschungsprojekte...

Einfluss der Thermofixierung in der Produktion von Polyamidgarnen auf die Farbechtheit von textilen Bodenbelägen

Projektpartner:

Auf Basis der DSGVO bedanken wir uns anonymisiert bei allen Teilnehmern des Projektbegleitenden Ausschusses für die konstruktive Zusammenarbeit, Bereitstellung von Versuchsmaterialien und wertvollen Hinweise im Rahmen des Projektes.

Durch Know-how und fachliche Kompetenz haben diese Firmen wesentlich zum Gelingen des Forschungsvorhabens beigetragen. 

Ziel des Forschungsprojektes:

In einem abgeschlossenen IGF-Projekt konnte u. a. ermittelt werden, dass das Thermofixieren von Polyamidgarnen einen negativen Einfluss auf deren Lichtechtheit haben kann. Gerade Objektbeläge werden jedoch häufig mit thermofixierten Polgarnen verarbeitet, weil durch diese Behandlung Garnkräuselung, Bauschverhalten und Wiedererholungsvermögen der Polgarne im Hinblick auf hohe mechanische Belastungen dauerhaft fixiert werden können. Ziel dieses Projektes war die Entwicklung einer Methodik zur Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Thermofixierung und Lichtechtheit an Polyamidgarnen. Durch ein genaueres Verständnis der Zusammenhänge soll es den Beteiligten der Prozesskette textiler Bodenbeläge (Garnherstellung, -veredlung, -färbung, Herstellung der Bodenbeläge) ermöglicht werden, optimierte Produkte zu realisieren.

Ergebnisse:

Mit Hilfe von je zwei Temperatureinstellungen bei überhitztem Dampf und Sattdampf wurden Versuchsgarne aus PA6 hergestellt. Sie wurden auf ihre Kristallstrukturen hin analysiert, wobei sich die Methode der Weitwinkelröntgenbeugung (WAXD) als geeignete Methode erwies. Es war möglich, die Unterschiede in den Anteilen der Alpha- und Gamma-Kristallphasen sowie die Kristallinitätsgrade festzustellen. Nach einem Färbeprozess und im Rundversuch durchgeführten Lichtechtheitsprüfungen mit verschiedenen Bestrahlungs- und Temperaturanforderungen (ISO 105-B02 Zyklus A1 und Zyklus B sowie ISO 105-B06) wurden die Garnproben farbmetrisch vermessen. Hiernach erfolgte eine erneute Analyse mit der WAXD-Methode und der Systemvergleich. Das Ergebnis lässt direkte Rückschlüsse auf das Anfärbeverhalten der Garne zu. Zusätzlich wurden Versuchswaren getuftet, gefärbt und mit einer Rückenausrüstung versehen. Diese fertig ausgerüsteten Bodenbeläge wurden auf ihre mechanische Belastbarkeit hin untersucht und erneut einer Prüfung der Lichtechtheiten unterzogen. In einem Messstand wurden parallel zu den Garnuntersuchungen real auftretende Klimadaten (Bestrahlung, Temperatur) über ein Jahr gesammelt und mit den angewandten Lichtechtheitsprüfungen korreliert.

 

Die Untersuchungen ergaben, dass die mit überhitztem Dampf thermofixierten Garne tendenziell bessere Lichtechtheiten erzielten als die mit Sattdampf thermofixierten Garne, während ein ansatzweise gegenläufiger Trend im Hinblick auf die mechanische Belastbarkeit zu erkennen war.

Die in diesem Projekt erarbeiteten Methoden sind geeignet, auch für andere Garnmaterialien die genauen strukturellen Wechselwirkungen der Prozessparameter zu analysieren. Mit diesen Methoden ist es den Herstellern möglich, die gewünschten Prozessparameter im Hinblick auf die geforderten Eigenschaften gezielter einzustellen. Dadurch wird auch die Basis zur Herstellung von Produkten geschaffen, die durch einen optimierten und abgestimmten Thermofixierprozess sowohl die geforderten Lichtechtheiten als auch die mechanischen Anforderungen erfüllen.

 

Projekt:

  • AiF Nr. 16822 N
  • Laufzeit: 01.12.2010 bis 30.11.2012

Danksagung:

„Das IGF-Vorhaben „Einfluss der Thermofixierung in der Produktion von Polyamidgarnen auf die Farbechtheit von textilen Bodenbelägen“ 16822 N der Forschungs­vereinigung Forschungs­kuratorium Textil e.V., Reinhardtstraße 12 ‑ 14, 10117 Berlin wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.“

 
 

Verifizierung

Ihr Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Sophia Gelderblom

Tel.: +49 (0)241 9679-144
E-Mail an Frau Gelderblom

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